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Labyrinth der getanen Arbeit - Labirint opravljenega dela

dobra sekira seka drevesa ali glave
dobra lopata sadi semena ali more
roke se sklepajo v molitvi ali v davljenju
eno srce bije, drugo srce je zbito

eine gute axt spaltet holz oder köpfe
ein guter spaten pflanzt samen oder alpträume
hände schließen sich zum gebet oder um zu würgen
ein herz schlägt, ein herz bricht

torrith bwyall da pren neu pen
planna rhaw call had neu hynllef
dwylo daw i grogi neu gweddio
yr un calon cura, yr un calon torra

a fine axe cuts wood or heads
a good spade plants seeds or nightmares
hands join to pray or strangle
the one heart beats, the one heart breaks

iwan brioc 2008

Ein Labyrinth zu begehen, heißt aus dem gewohnten Alltag herausgeführt zu werden. Der Labyrinthweg bringt Irritation, Wendungen und kann erstaunen. Im Zentrum angelangt, heißt bei sich selbst ankommen, in der Mitte und im Gleichgewicht.

Der Weg führt durch handwerklich hochwertig gearbeitete und geschmiedete Heuleiterwägen-gare, Eggen - brana, Holztransportschlitten - žlejfe, Surfass – škaf, Holztransportwägen - parizer sowie vorbei an Mistwagen – gare za gnoj, eine Schiebetruhe – kariola, die beim Hausbau noch eingesetzt war, Räder – kolesa, Pflug – vrav, Transmissionsräder - lesena kolesa za transmisije na skednju, die über ein 150 Meter langes Seil mit dem Wasserrad verbunden und angetrieben durch ein Seilwerk - vorindustrielle Getreideverarbeitungsmaschinen auf der Tenne angetrieben haben.

Unmengen von geflochtenen Haselnusshölzern, Schwartlinge, d.h. Seitenbretter - krajniki sowie Nutzbretter, die meisten davon gesägt auf einer Säge mit Wasserantrieb, von denen inkl. aller Mühlen insgesamt 27 im Leppengraben noch bis in die fünfziger Jahre in Betrieb waren und den Menschen Brot gaben. All diese Zeugen der Arbeit geben den Weg durch die Windungen des Labyrinths vor. Bienestöcke zeugen von der jahrhundertealten, heute noch angewandten Kultur der Imkerei und der damit verbundenen Obstkulturpflege, damit damals wie auch heute die Menschen sich ausgewogen ernähren konnten / können und zugleich uns auch die natürliche Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt erhalten bleibt.

Weiden und Birken im Labyrinth sollten nach dem Wunsch des Künstlers den Verfall des „Labyrinthes der getanen Arbeit“ verzögern und die gesamte temporäre Landschaftsinstallation durch die Zeit mit auf ihren Wachstumsweg zum Himmel heben. Drei Ecknischen, nach alter Tradition in Form von einer Andachtsecke oder Tabernakel, eine nostalgische, liebevoll fotografisch aufbereitete Zeitblende und die des Krieges mit der Auslöschung am Beispiel der baskischen Stadt Gernika, führen zur vierten Ecke, in der sie selbst das zurück lassen können, was sie schon immer loswerden wollten. Der konsequente Weg in die Gegenwart lässt somit alles Geschehene passieren.

Architekt Iwan Brioc ist der künstlerische Leiter von Cynefin einer walisischen Plattform für soziokulturellen Aktivismus mittels der Theaterkunst. Sein Aktivismus, sei es auf politische, soziale, psychologische oder spirituelle Art zielt immer auf eine Erweiterung des Bewusstseins und einer vergrößerten Handlungsfreiheit. Die Arbeit mit dem Theater als sensorischem Labyrinth ist eine neue Methode, die Iwan Brioc - inspiriert von der Arbeit des Theateranthropologen Enrique Vargas - entwickelt hat. In den vergangenen Jahren hat er insgesamt mehrere Labyrinth-Inszenierungen für und mit Gemeinden in Wales, Portugal, Irland, Dänemark, Bulgarien, Polen und Ungarn durchgeführt.

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